Historisches

1741-2016

275 Jahre „Kapellen in Simonskall“

1741 – Beginn der Kapellengeschichte

Vor fast 275 Jahren feierten die Einwohner von Simonskall erstmals Gottesdienste in ihrem kleinen Dorf.

Am 22.07.1741 gewährte (Weih-) Bischof Franz Kaspar von Franken-Siersdorf, Erzbistum Köln, dem Simonskaller Thomas Scholl eine Hauskapellen-Berechtigung, auch für die anderen Einwohner des Ortes.

Die Kapelle befand sich in einem dafür eingerichteten Raum im ersten Stock über der Einfahrt in der „Simonskaller Burg“.

Diese Hauskapellen-Berechtigung wurde 1869 von Erzbischof Paul Melchers wieder verlängert, am 28.04.1917 nochmals bestätigt und im Wesentlichen gemäß den alten Bestätigungen genau umgrenzt.

Blick auf Simonskall 1935 (Bild: Berthold Rüttgers)

1930 – Kapellenbauverein Simonskall

Die engen Platzverhältnisse in der Burg und der Wunsch, ein eigenes Kirchlein in Simonskall zu haben, führten am 17.10.1930 zur Gründung des „Kapellenbauvereins Simonskall“.

Sprecher und großer Förderer des Vereins war Carl Hamel aus Düren, Verleger der „Dürener Zeitung“.

Marienkapelle 1935 (Bild: Berthold Rüttgers)

1934/1935 – Bau der Marienkapelle

Am 01.02.1934 genehmigte das Bischöfliche Generalvikariat in Aachen den Bau einer Kapelle auf einem von der Familie Scholl geschenkten Grundstück. Nach der Grundsteinlegung am 19.08.1934 durch Dechant August Offermann aus Simmerath wurden am 07.04.1935 die beiden gestifteten Glocken geweiht und am 16.06.1935 der Altar durch den  Aachener Bischof Dr. Josef Vogt konsekriert.

Der Kapellenbauverein Simonskall wurde durch die Geheime Staatspolizei am 30. Januar 1939 aufgelöst.             

Die durch Kriegseinwirkung beschädigte Marienkapelle wurde im Sommer 1952 wieder instandgesetzt. Im Herbst 1977 erfolgte die Renovierung des Innenraumes der Kapelle.

Ende Juni 1982 besuchte der Aachener Bischof Dr. Klaus Hemmerle im Rahmen einer Dechantenkonferenz das Kirchlein.

Blick auf Simonskall 1957 (Bild: Berthold Rüttgers)

2010 – 75 Jahre Marienkapelle

75 Jahre nach der Fertigstellung des Kapellenbaus bildete sich im Januar 2010 in Simonskall ein überkonfessioneller „Freundeskreis Marienkapelle“.

Dieser organisierte im Jubiläumsjahr Konzertveranstaltungen und Spendensammlungen, um mit deren Erlös die dringend notwendige Kapellendach-Sanierung durchführen zu können.

Die Dachsanierungsarbeiten sind abgeschlossen. Die vorhandene alte Raphael-Glocke aus dem Jahre 1935 wurde repariert und zusätzlich auf dem Turm ein gestiftetes Turmkreuz angebracht.

2011 – neuer Förderverein  

Die Unterhaltung der Marienkapelle wird Geldmittel erfordern, die die katholische Kirchengemeinde St. Josef Vossenack nicht alleine erbringen kann.

Deshalb werden die Aktivitäten des Freundeskreises von dem neuen überkonfessionellen „Verein der Freunde und Förderer der Marienkapelle Simonskall“ fortgeführt – als Nachfolger des vor 80 Jahren gegründeten Kapellenbauvereins.

Bei einer Dorfversammlung am 13. Dezember 2010 wurde der „Verein der Freunde und Förderer der   Marienkapelle Simonskall“ mit Sitz in Hürtgenwald-Simonskall gegründet.

Die Eintragung ins Vereinsregister (VR 2284) beim Amtsgericht Düren erfolgte am 15. März 2011.

Der Verein bezweckt die Erhaltung und Ausgestaltung der Kapelle „St. Mariä Himmelfahrt“ in Hürtgenwald-Simonskall – kurz Marienkapelle genannt – soweit es die finanziellen Mittel erlauben.

Die Kapelle soll in einem würdigen Zustand erhalten bleiben, der es ermöglicht, dort Gottesdienste abzuhalten.

Weiterhin ist es Aufgabe des Vereins, bei den Mitgliedern und in der Dorfgemeinschaft die aktive Mitgestaltung des      kirchlichen und gemeinschaftlichen Lebens in Simonskall zu fördern.

Dazu zählen auch die Durchführung von Kapellen- und Dorffesten, Konzerten, Ausstellungen oder ähnlichen Veranstaltungen in der Kapelle, die mit dem sakralen Charakter der Kapelle im Einklang stehen.

Der Förderverein ist damit der einzige Verein in Simonskall, einer der 13 Ortsteile der Gemeinde Hürtgenwald.

Kapelle Simonskall 2010 (Bild: Hartmut Bühler)
Innenansicht Marienkapelle Simonskall (Bild: Patrick Symma)

jährlich – „Simonskaller Kapellentage“

Seit 2011 finden jährlich unter dem Motto „Simonskaller Kapellentage“ einige Festgottesdienste sowie mehrere Benefizkonzerte in der Kapelle statt. Der Spendenerlös der Besucher fließt in die jeweiligen Projekte des Vereins ein.

So konnten der Innenanstrich der Kapelle, die Neuinstallation der Innenbeleuchtung sowie die Anschaffung einer neuen Bestuhlung vollständig durchgeführt werden.

Die Marienkapelle hat nunmehr Sitzplätze für rund 80 Besucher.

Das Außenfenster der Sakristei, ein Lindholm-Harmonium für die Gottesdienste, ein Eifeler Krippenstall (für die Weihnachtskrippe), ein   Gebetbuchständer sowie zwei Holzbänke am Kapellenvorplatz wurden von Förderern und Gönnern dem Verein gespendet.

Ein neues Heißluftgebläse sowie 40 Gebet- und Gesangbücher „Gotteslob“ wurden mittels Geldspenden angeschafft.

2015 – 80 Jahre Marienkapelle

Das äußere Erscheinungsbild rund um die Marienkapelle wurde weiter verbessert:

Die Außenmauer am Kapellenvorplatz – mit Sitzgelegenheit – wurde vollständig durch eine Firma saniert. Auch wurde der Zugangsweg bis Treppenaufgang zur Kapelle mit zwei Außenleuchten versehen.

Die komplette Erneuerung der Bruchsteinmauer am Treppenaufgang zur Kapelle ist im Herbst 2014 erfolgt. Die dadurch notwendige Hangbepflanzung konnte kurz vor dem Glocken-Fest Ende September 2015 fertiggestellt werden.

Anlässlich des Patronatsfestes am 15.08.2015 erfolgte die Wiederaufführung des „Simonskaller Liedes“ aus dem Jahr 1937 (in Gedenken an Kaplan Theodor Kniebeler) durch den FranziskusChor Vossenack – im Beisein von Weihbischof Karl Borsch.

Kräuterweihe 2015 in der marienkapelle Simonskall (Bild: Arne Schenk)
Wiedereinführung „Simonskaller Lied“ 2015 (Bild: Arne Schenk)

Bisher krönender Abschluss der Aktivitäten des Fördervereins war die Neuanschaffung eines Geläutes (Marien- und Josef-Glocke) mit Läuteanlage  am 03. / 04. Oktober 2015.

Die größere Marien-Glocke wurde vom niederländischen  Glockengießer Simon Laudy „direkt vor Ort in Simonskall“ gegossen!

Guss der neuen Marienglocke 2015 (Bild: Patrick Symma)

Die feierliche Glockenweihe am 04.10.2015 erfolgte durch den Aachener Weihbischof Dr. Johannes Bündgens.

Nach der Glockenweihe durch Weihbishof Dr. Bündgens (Bild: Patrick Symma)
Neue Glocken im Turm (Bild: Patrick Symma)

Das Glockenfest können Sie im Internet bei www.youtube.com auf drei Videos (Suchbegriff „Glockenguss Simonskall Laudy“) nachverfolgen.

– 70 Jahre nach Kriegsende – seit dem 06. Oktober 2015 läuten nun in Simonskall wieder intakte Glocken, die kleine Josef-Glocke und die große Marien-Glocke, und laden täglich Wanderer, Gäste und Besucher zum  Gebet und zur Besinnung in die Marienkapelle ein.

Seit 2010 erfolgten beachtliche Investitionen, welche mit Geldspenden in Höhe von ca. 50.000 € mitfinanziert wurden!

2016 – geplantes Projekt „275 Jahre – Kapellen in Simonskall“

In 2016 können die Einwohner von Simonskall ein besonders kirchliches Ereignis feiern:

Die im Juli 1741 durch den Kölner Bischof Franz Kaspar von Franken-Siersdorf kirchenrechtlich genehmigte Hauskapelle des Thomas Scholl in der „Simonskaller Burg“ wurde bis zur Einweihung der Marienkapelle im Jahr 1935 für Gottesdienste genutzt.

Das für Simonskall bedeutende historische Geschehen am 22.07.1741 wurde in der Jahreshauptversammlung 2015 des Fördervereins am 04.03.2015 aufgegriffen und vorgeschlagen, unter dem Leitsatz „1741 bis 2016″ – Kapellen in Simonskall“ dieses „Jubiläum“ in besonderer Weise zu feiern,  da diese Hauskapellen-Berechtigung symbolisch der Grundstein für die Marienkapelle 1934/1935 darstellt.

Die Mitgliederversammlung hat den Vorstand beauftragt, entsprechende Planungen im Sommer 2016 vorzunehmen, über die die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung im Februar 2016 abschließend entscheiden.

Der Verein hat – neben vielen Gönnern – aktuell mehr als 50 Mitglieder. Über jedes neue Mitglied freuen wir uns!

Auch zukünftig sollen neben den Gottesdiensten weiterhin Benefiz -Konzerte in der Marienkapelle stattfinden.

Musikgruppen, die zu diesem Zweck gerne in der Kapelle auftreten möchten, mögen sich bitte melden.

Die Historie als pdf-Datei zum Ausdrucken